Aussaaterde schimmelt. Was tun?

Manchmal ist es passiert und die Aussaaterde ist verschimmelt. Dies ist ärgerlich und insbesondere können die Gemüsekeimlinge Schaden davon tragen!

5 häufigste Ursachen für Schimmel

Ursache Maßnahmen
Aussaaterde ist nicht gleich Aussaaterde. Manchmal tendiert preisgünstige Erde dazu Schimmel zu produzieren. Höherwertige Aussaaterde nutzen
Aussaaterde lagerte im Handel zu lange im Freien. Nur Aussaaterde kaufen, welche nicht im Freien gelagert wurde.
Gekaufte Aussaaterde war nach dem Öffnen schimmlig. Für die Anzucht der Pflanzen niemals Erde nutzen, welche schon Schimmel aufweist.
Bei der Aussaat sind meistens Keimtemperaturen von über 20°C notwendig. Dabei kann die Luft um die Aussaat herum stickige sein. Mehrmaliges, tägliches Stoßlüften (achte aber darauf, dass die Pflanzen nicht im kalten Zug stehen) oder einen kleinen Ventilator aufbauen, um die Luft zirkulieren zu lassen.
Zu lang die Abdeckung über die gekeimten Jungpflanzen gehabt Einige Tage ohne Abdeckung die Erde leicht antrocknen lassen, somit kann der Schimmel reduziert werden. Achte aber darauf, dass deine Pflanzen dennoch genügend Wasser erhalten.

10 Tipps rund um die Braunfäule bei Tomaten

Das Jahr 2021 war für viele Liebhaber in Deutschland nicht das erfolgreichste Jahr zur Tomatenanzucht. Der ungewöhnlich kalte Frühling und das mittlerweile untypische nasse Wetter haben die Tomatenanzucht in diesem Jahr sehr schwierig gemacht. Schon Ende Juni konnte man die Braunfäule bei nicht überdachten Tomaten sehr schnell feststellen. Wenn die Pflanzen oder auch die Früchte der Tomatenpflanze anfangen grau-braune Stellen zu bekommen, weiß jeder Tomatenfreund das dies nicht gut ist. Die Kraut- und Braunfäule (Phytophthora infestans)[1]https://de.wikipedia.org/wiki/Kraut-_und_Braunf%C3%A4ule ist eine Pilzkrankheit und es gibt sehr wenige Möglichkeiten gegen diese Pflanzenkrankheit vorzugehen. [2]https://www.kreis-calw.de/media/custom/2442_7899_1.PDF?1615546742

Vorbeugung ist für den Gärtner die beste Möglichkeit das Aufkommen der Pilzkrankheit hinauszuzögern. Folgende Tipps können helfen so lange wie möglich die Tomatenpflanzen Braunfäule-frei zu halten:

Tipp 1 – Resistente Sorten

Bei den meisten Tomatensorten sollten diese üblicherweise geschützt angepflanzt werden. Eine einfache Überdachung verhindert im Regelfall, dass unkontrolliert Regenwasser auf die Pflanzen gelangt und das Tomatenlaub ungewollt für längere Zeit nass bleibt. Tomaten entstammen aus wärmefreundlichen Ländern und benötigen Temperatoren ab 20 Grad. Neben der überdachten Lage sollten wenn möglich die Pflanzen in gut durchlüfteten Gewächshäusern platziert werden.

Sollten Sie aus Platzgründen Tomaten im Freiland pflanzen, so wählen Sie bei der Pflanzenanzucht resistente Sorten aus [3]https://www.bmu.de/fileadmin/Daten_BMU/Pools/Forschungsdatenbank/fkz_3713_67_404_umweltvertraeglicher-pflanzenschutz-garten.pdf[4]https://www.bio-berlin-brandenburg.de/content/uploads/2020/06/compendium.pdf?x80174. Diese Pflanzen bringen von Haus aus schon die Fähigkeit mit, so lange wie möglich der Pilzkrankheit aus dem Weg zu gehen.

Im unserem GRACAMA Gemüseassistenten finden Sie Tomaten-Sorten, welche für die Freilandpflanzung geeignet sind.

Tipp 2 – Fruchtreihenfolge

Das heimtückisch an der Kraut- und Braunfäule ist, dass die Pilzspuren auch im Erdreich für eine längere Zeit fortbestehen. Folglich ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass sich auf die Tomatenpflanzen der nächsten Generation die Pilze der Braunfäule sich wieder und schneller verbreiten, wenn in dem Pflanzjahr zuvor die Tomatenpflanze stark befallen waren.

Aus diesem Grund sollte jedes Jahr ein anderer Standort für die Auspflanzung gewählt bzw. die Erde beim gleichen Standort ausgetauscht werden.

Tipp 3 – Den richtigen Standort wählen

Tomatenpflanzen lieben Sonne, keine Nässe und keine hohe Luftfeuchtigkeit. Aus diesen Gründen sollten die Jungpflanzen an einem sonnigen und überdachten Standort ausgepflanzt werden. Nutzen Sie hierzu ein gut durchlüftetes Gewächshaus oder mindestens einen Überstand.

Tipp 4 – Pflanzabstand

Genügend Abstand zwischen den Tomatenpflanzen ist mit eines der wichtigsten Kriterien, um Nässe und Feuchtigkeit auf bzw. um der Pflanze herum zu minimieren. Wie viel Abstand notwendig ist, hängt von der Tomatensorte ab. Beachten Sie somit die Herstellerangaben auf dem Samenverpackungen.

Tipp 5 – Richtig Gießen

Um Spritzwasser zu vermeiden, ist die Art und Weise des Gießens von zentraler Bedeutung. Gießen Sie nie über die Blätter oder die Tomatenfrucht. Das begünstigt die Pilzbildung. Versuchen Sie in den frühen Morgenstunden Ihre Tomatenpflanzen zu gießen. Damit ermöglichen Sie den Tomatenpflanzen über den Tag abzutrocknen.

Tipp 6 – Mulchen mit Stroh und Laub

Die Pilzspuren befinden sich zu meist in der Pflanzerde und gelangen durch Spritzwasser an den Stamm bzw. auf die Blätter der Tomatenpflanze. Damit kein Spritzwasser beim Gießen oder durch den Regen entsteht, können Sie Mulchmaterial wie Stroh oder Laub um den Pflanzstamm nutzen.

Tipp 7 – Luft, Luft, Luft – ausgeizen

Feuchtigkeit und Nässe begünstigen die Entstehung von Kraut- und Braunfäule. Ausgeizen und entfernen von übervollem Blattwerk an Ihren Tomatenpflanze reduziert die Nässe auf Blättern und Tomatenfrucht. In Gewächshäusern wird durch regelmäßiges Lüften die Taubildung reduziert.

Tipp 8 – Betroffene Blätter oder Tomaten sofort entfernen

Ist die Braunfäule schon in dem Tomatenpflanzen erkennbar, so ist schnelles Handeln gefragt, um das Pflanzensterben bestmöglich zu verzögern und mit ein wenig Glück die Tomatenernte noch zu retten.

Tipp 9 – Befallene Tomaten nicht essen

Unumstritten ist, dass eine direkt befallene Tomatenfrucht mit dem Pilz auf keinen Fall mehr gegessen werden sollte. Aber was ist mit der der Tomatenfrucht, wenn diese optisch gut aussieht aber der Pflanzstängel oder die Pflanzblätter befallen sind?

In der Literatur und im Internet gibt es sehr unterschiedliche Meinungen [5]https://www.krebsgesellschaft.de/onko-internetportal/basis-informationen-krebs/bewusst-leben/basis-informationen-krebs-bewusst-leben-ernaehrung/schadstoffe-im-es.html[6]https://forum.dgfm-ev.de/thread/935-mykotoxine-in-tomaten-durch-phytophthora-infestans/[7]https://www.t-online.de/heim-garten/garten/id_58353402/tomatenkrankheiten-bei-braunfaeule-unreife-tomaten-schnell-ernten.html zum Thema Verzehr der Tomatenfrucht, wenn nur Teile der Pflanze mit der Kraut- und Braunfäule befallen ist.

Fazit – im Zweifel sollten auch die optisch für gut befundenden Tomaten von befallenen Tomatenpflanzen nicht mehr Verzehr werden.

Tipp 10 – Pflanzen bzw. Früchte nicht in den eigenen Kompost

Da die Pilzspuren sehr resistent sind, sollten befallene Pflanzteile bzw. Früchte auf einen separaten Kompost platziert oder direkt in der Bio-Tonne entsorgt werden.

Quellenangabe

Quellenangabe
1 https://de.wikipedia.org/wiki/Kraut-_und_Braunf%C3%A4ule
2 https://www.kreis-calw.de/media/custom/2442_7899_1.PDF?1615546742
3 https://www.bmu.de/fileadmin/Daten_BMU/Pools/Forschungsdatenbank/fkz_3713_67_404_umweltvertraeglicher-pflanzenschutz-garten.pdf
4 https://www.bio-berlin-brandenburg.de/content/uploads/2020/06/compendium.pdf?x80174
5 https://www.krebsgesellschaft.de/onko-internetportal/basis-informationen-krebs/bewusst-leben/basis-informationen-krebs-bewusst-leben-ernaehrung/schadstoffe-im-es.html
6 https://forum.dgfm-ev.de/thread/935-mykotoxine-in-tomaten-durch-phytophthora-infestans/
7 https://www.t-online.de/heim-garten/garten/id_58353402/tomatenkrankheiten-bei-braunfaeule-unreife-tomaten-schnell-ernten.html